O Wunder: Gegenüber dem Virus bleibt die Ökonomie für einmal leise

Säkularisierung bedeutet für westliche Gesellschaften historisch die zunehmende Verweltlichung respektive Loslösung des Menschen von der Religion im Zuge des Humanismus und der Aufklärung. Im späteren und engeren Sinne die Trennung von Kirche und Staat. Ein Zustand, den wir heute als Voraussetzung für Demokratie zurecht voraussetzen. Was wir ausblenden: Das damit an die Macht gekommene Bürgertum etablierte eine andere, neue Bindung, die dem Staat neue, aber ebenso wirksame Fesseln umlegte: die der Ökonomie. Und der Fetisch-Charakter dieser neuen Abhängigkeit trägt immer absurdere Züge, die unübersehbar an den früheren Religionseifer erinnern. Nicht zufällig werden die Börsen-Nachrichten gebetsmühlenartig vor dem «Rendez-vous am Mittag» und damit vor der versammelten Familie um den Mittagstisch zelebriert.

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